Heute ist fast jedem bekannt, dass Milna auf der Insel Brač in einer tiefen, windgeschützten Bucht liegt. Genau das machte den Ort über Jahrhunderte hinweg für zahlreiche Wassersportarten und andere Aktivitäten attraktiv. Die Lage an der Westseite der Insel, in einem relativ schmalen Kanal zwischen den Inseln Šolta und Brač, besaß zudem strategische Bedeutung, die während der französischen Herrschaft über Dalmatien durch den Bau der Batterie an der südwestlichen Einfahrt zur Bucht genutzt wurde.
Die jahrhundertealte, reiche Seefahrtsgeschichte von Milna hat im neuen Interpretationszentrum für Seefahrtsgeschichte von Milna ihr Zuhause gefunden, das am Montag, dem 8. April 2024, seine Pforten für die Öffentlichkeit öffnete.
Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts befand sich in Milna die Burg der Adelsfamilie Cerineo. Eine intensivere Besiedlung wurde im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert verzeichnet. Mitte des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Milna zu einem Zentrum für Schifffahrt, Schiffbau und später auch für die industrielle Fischverarbeitung. Genau diese Wirtschaftszweige prägten das Stadtbild von Milna, das seit 1917 als Kultur- und Geschichtsdenkmal unter Schutz steht. Auch die Sprache der Stadt – Milnarska cakavica – ist seither geschützt.
Heute sieht die Situation jedoch anders aus. Milna beherbergt weder Schiffbau noch eine maritime Industrie dieser Größenordnung, noch industrielle Fischverarbeitung. Andere Winde wehten in der ruhigen Bucht, und ihre natürlichen Gegebenheiten wurden vor allem für Akteure des Wassertourismus attraktiv. Mit dem Wandel der Wirtschaft vom Schiffbau und der Fischerei hin zum Tourismus veränderten sich all jene Merkmale, die Milnas kulturelle und historische Identität geprägt hatten, allmählich und verschwinden bis heute langsam aber sicher aus dem kollektiven Gedächtnis.
Genau um den Trend des Verschwindens, des Verschwindens, für alle Identitäts- und Geschichtssuchenden, aber auch für andere, zu stoppen, ist der Aufbau und Die Eröffnung des Milna Maritime History Interpretation Center markiert einen Wendepunkt: das Ende der Ära des Vergessens und den Beginn der Ära der Aufwertung, der Wiederherstellung der Geschichte und der Stärkung für eine herausfordernde Zukunft.. Das Zentrum steht allen Einheimischen und Besuchern offen, und die sorgfältig zusammengestellte Ausstellung, die im Begleitkatalog vorgestellt wird, verspricht allen Besuchern – unabhängig von Alter, Geschlecht und Nationalität – eine unvergessliche Zeitreise. Wir laden Sie herzlich ein, im Maritimen Geschichtszentrum Milna in die Geschichte unseres gemeinsamen kulturellen Erbes einzutauchen.
Das Projekt wurde in einer Ausschreibung von Brač LAGUR genehmigt und durch Mittel des Europäischen Meeres- und Fischereifonds kofinanziert.















